Sonntag, 23. Oktober 2016

Kanchenjunga Trekking

Wir wanderten 18 Tage um die Nord- und die Suedseite des Kanchenjungas zu sehen. Die Gegend in Ostnepal ist ziemlich abgelegen und daher auch sehr einfach. Von Kathmandu flogen wir eine Stunde nach Bhadrapur. Das ist im Flachland von Nepal. Dort war es heiss und tueppig, kaum auszuhalten! Mit dem Jeep ging es weiter in Richtung Berge. Für 200 km brauchten wir ca. neun Stunden. Die Strasse war bis auf die letzten Kilometer nicht all zu schlecht. Wir fuhren aber über drei Hügelzüge und wieder hinunter. Die Erfindung des Tunnels war echt noch clever...
Die ersten Tage des Trekkings führen uns durch den Dschungel. Es war heiss, tueppig und wir schwitzten an jedem Quadratzentimeter vom Körper.

 

Weil es nicht die Touristenhauptverkehrsachse ist, trafen wir auf Baeche ohne Bruecken. So hiess es Schuhe ausziehen und durch watten. Das war uns manchmal fast lieber, als über die haarsträubenden Brücken, die wir teils antraffen. Oft war der Weg auch sehr matschig. Nicht selten kam es vor, dass wir  einen Schuh voller Matsch raus zogen. Wir nennten es liebevoll "New Design":-) Ich machte mir sogar einmal auf einem lehmigen Weg ein New Design von "top to bottom". Die Tagesetapen waren oft auch lang und anspruchsvoll.


Die Gasthaeuser waren sehr einfach gehalten. Gekocht wurde auf dem Feurer und oft nur auf einer einzige Platte. Der Einfachheit halber ernährten wir uns hauptsächlich von drei Menüs. Zum Frühstück Chapatti mit einem Ei, zum Zmittag Nudelsuppe und zum Znacht Dal Bhat.
In Sachen Betten trafen wir auch Verschiedenes an. Manchmal weich, manchmal halb weich, manchmal hart und manchmal pickel hart. Doch wir schliefen überall mehr oder weniger gut. In einer Unterkunft hatten wir sogar eine Dusche im Bett. Als wir um zwei Uhr erwachten regnete es Madlen auf den Kopf und mir auf die Füße. Wir schoben die Bette diagonal zusammen, leiteten am einen Loch mit einem Plastiksack das Wasser um und stellten beim anderen eine Tropfschale darunter. So viel lachte ich wohl noch selten in einder Nacht. Doch wir verbrachten der Rest der Nacht im Trockenen.




Auch eine Mutprobe hatten wir. Wir mussten über eine Hängebrücke aus morschem Holz. Untendurch zog der reissende Bach. Fehler durfte man sich keinen erlaben und Angst war auch nicht von Vorteil. Doch wir überlebten die Brücke. Von da an sprachen wir nur noch vom Leben vor der Brücke und vom Leben nach der Brücke. Madlen entschied: "This is the point of now return!"


Wetter hatten wir allerlei. Von schoen und heiss, über Regen, zu Nebel und sehr kalt gab es alles. Das war mein erster Trek in Nepal, bei dem uns das Wetter nicht immer gut gestimmt war. Doch an den entscheidenden Tagen, hatten wir gute Wetter. Auch die gute Laune liessen wir uns vom Regen nicht verderben.





Nach Ghunsa stiegen wir Richtung Nord Basecamp vom Kanchenjunga hoch. Das Wetter war nicht so auf unserer Seite. Zwei Tage lang hatten wir Wolken, Nebel und selten einmal ein bisschen blauer Himmel. Berge sahen wir keine und all unser Hab und Gut hatte einen feuchteligen Touch.
Von Lonak aus starteten wir bei stock dicken Nebel um beim Basecamp den Kanchenjunga su sehen. Es war feucht, nass und gruselig. Weil es aber früh Morgens war, sagte und klagte noch niemand. Wie ein Wunder löste sich der Nebel kurz bevor wir im Basecamp waren auf und die Wolken gaben die Berggipfel frei. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Zwei Stunden genossen wir die herrliche Bergsicht, dann packte es die Gipfel wieder ein. Am selben Tag wurden wir auch noch verregnet. Doch das spielte uns keine Rolle, denn wir sahen die Berge.






Wieder zurück in Ghanas mussten wir über vier Pässe um auf die Südseite des Kanchenjunga zu gelangen. Erneut hatten wir Wetterglück. Wir hatten super Sicht auf den Jana Peak, Makalu, Kabru, ect. Es war wunderschön und wir galten wieder zu den glücklichsten Touristen auf Erde.






Unsere nächste Destination war Oktang, der Aussichtspunkt für die Südseite des Kanchenjungas. Erneut stellten wir den Wecker um fünf Uhr. Diesemal mussten wir gar nicht aufstehen. Denn wir hörten den Regen die ganze Nacht auf das Dach prasseln. Wir drehten uns und hofften um sieben sei dann das Wetter besser. Dem war nicht so. Wir standen auf und begaben uns in die sehr rustikale Küche um dort zu haekeln. Wir häkelten den ganze Morgen und hofften auf besser Wetter. Am Mittag wollten wir entscheiden was wir nun machen sollten. Als ob es das Wetter gehört hätte, riss es kurz vor Mittag auf und wir gingen los in Richtung Oktang. Kaum zu glauben aber wahr, in Oktang verschwanden noch die letzten Wolken und wir sahen den Kanchenjunga auch von der Südseite.




Die Natur war meistens wunderschön. Meistens sag ich, weil wir an drei Tagen mit Blutegel zu kämpfen hatten und weil wir auch Schlangen begegneten. Doch auch das überlebten wir. Ansonsten war es sehr abwechslungsreich. Im Dschungel sahen wir moosbewachsene Bäume, Orchideen, etc. In den Bergen Edelweiss und Enzian.









In der Gruppe hatten wir es super. Wir hatten mit Rajan den perfekten Guide. Er war sehr hilfsbereit, lachte viel und wollte nur das Beste für uns. Vom häkeln war er so begeistert, dass er uns am Schluss je einen riesigen Klungel Wolle schenkte. Mega nett! Wir häkelten nicht nur, wir machten auch viele Spiele oder sangen. So lernte er uns das nepalesische Lied "Regsam firiri". Wir wurden so gut im singen, dass wir es überall vorsingen mussten. Zum Glück schämten wir uns nie:-) Sogar unser Jeepdriver kam in unser Fanclub. Er lud uns für ein Lied zu sich nach Hause zum Mittagessen ein.
Wir hatten einfach einen suuuuuper Trek! Danke Maden, Irina und Rajan, es het meeega gfaegt!







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